Grüne fordern transparente Datengrundlage und aktive Einbindung lokaler Akteure für nachhaltige Wärmewende
Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Swisttal fordert eine verbindliche Offenlegung technischer und ökologischer Parameter bestehender Biogas-Blockheizkraftwerke (BHKW) sowie eine systematische Einbindung von Fachhandwerk, Energieberatern und potenziellen Abnehmern, um den Ausbau der Abwärmenutzung voranzutreiben. Gleichzeitig warnen die Grünen vor voreiligen Investitionsentscheidungen ohne belastbare Machbarkeitsstudien, insbesondere bei Fernwärmeprojekten in ländlich geprägten Gebieten.
„Die Wärmewende gelingt nur mit Transparenz, Fachkompetenz und einer konsequenten Priorisierung ökologischer Effizienz“, betont Stephan Faber, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Swisttal. „Bevor wir über den Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen diskutieren, müssen wir sicherstellen, dass bestehende Anlagen tatsächlich nachhaltig betrieben werden – und dass die Wärmequellen der Zukunft wirtschaftlich und klimaneutral nutzbar sind.“ Faber verweist auf zentrale Fragen, die vor jeder weiteren Planung beantwortet werden müssten: „Wie hoch ist der tatsächliche Wirkungsgrad der Anlagen? Welche Flächen werden für den Anbau von Energiepflanzen genutzt? Und wie sieht die Perspektive nach Auslaufen der EEG-Förderung aus?“
Die Grünen kritisieren, dass bisherige Befragungen zur kommunalen Wärmeplanung (KWP) kaum Rückmeldungen von Unternehmen und Eigentümern größerer Wohn- und Gewerbeimmobilien erbracht hätten. „Eine passive Abfrage reicht nicht aus“, so Faber. „Wir brauchen eine aktive Ansprache der Akteure, um deren Bedarfe und Hemmnisse zu verstehen. Erst auf dieser Grundlage lassen sich zielgruppengerechte Informationsveranstaltungen und Förderangebote entwickeln.“ Besonders im Fokus stehe dabei die Einbindung des Heizungshandwerks und der Gebäudeenergieberater, deren Empfehlungen für viele Verbraucher entscheidend seien.
Für den Ausbau von Wärmenetzen schlagen die Grünen eine klare Reihenfolge vor: Vor der Planung konkreter Projekte müsse eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, die insbesondere die ökonomische und ökologische Tragfähigkeit potenzieller Wärmequellen – etwa Oberflächenwasser oder industrielle Abwärme – prüfe. „Fernwärme über lange Strecken in Gebieten mit geringer Siedlungsdichte ist energetisch fragwürdig“, gibt Faber zu bedenken. „Hier müssen wir ehrlich simulieren, ob die Verluste durch den Transport nicht den Klimanutzen überwiegen.“ Stattdessen plädiert die Fraktion für dezentrale Lösungen wie kalte Nahwärmenetze, die lokal verfügbare Ressourcen effizienter nutzen könnten.
Die Grünen kündigen an, in den kommenden Wochen aktiv im Arbeitskreis Klima mitzuarbeiten, damit eine transparente Datengrundlage für bestehende Biogas-BHKW geschaffen und eine Machbarkeitsstudie für nachhaltige Wärmequellen in Auftrag geben wird. Zudem soll ein Beteiligungsprozess initiiert werden, der Eigentümer, Handwerker und Energieberater frühzeitig einbindet. „Die Wärmewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, so Faber abschließend. „Nur wenn wir alle relevanten Akteure an einen Tisch holen und auf belastbare Fakten setzen, können wir Lösungen entwickeln, die ökologisch sinnvoll und sozial verträglich sind.“


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